Trotz einer seit 2005 anhaltenden Kanzlerschaft von Angela Merkel bis zum heutigen Tage, fragen sich dennoch viele Menschen wer sie eigentlich ist. Man scheint sie zu kennen, denn tagtäglich erfährt man etwas aus den Medien von ihr. Ihre damalige Beliebtheit ist inzwischen bei vielen Deutschen auf dem Nullpunkt angelangt. Das ist ihrer Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik geschuldet, die Deutschland in jeder Form nur Nachteile gebracht hat. Dennoch blieb sie eigentlich immer die geheimnisumwitterte Pfarrerstochter aus der DDR, auf die sich viele keinen Reim machen konnten und können. Wer also ist Angela Merkel?

Merkel kommt am 17. Juli 1954 als Angela Dorothea Kasner in Hamburg zur Welt. Ihr Vater Horst Kasner ist evangelischer Theologe, ihre Mutter Herlind Kasner (Geburtsname: Jentzsch) arbeitet als Lehrerin für Englisch und Latein. Kurz nach der Geburt der Tochter siedelt die Familie in die ehemalige DDR über. Sie ziehen zunächst in das brandenburgische Dorf Quitzow, in dem ihr Vater eine Pfarrstelle antritt. Drei Jahre weiter geht es nach Templin in der Uckermark. 

Wie Merkel auf ihrer Internetseite schreibt, ist ihre Kindheit von christlichen Werten und Weltoffenheit geprägt, was sie ihren Eltern verdankt. 

Studium: Physik mit Promotion

Zunächst besucht Angela Merkel die Goethe-Schule, danach die erweiterte Oberschule Templin. Ihre Stärken liegen in den Fächern Russisch und Mathematik.  Sie nimmt an Mathe-Olympiaden in Brandenburg teil und gewinnt Russisch-Olympiaden erst in der Schule, später auf Kreis- und Bezirksebene. Schließlich wird sie bei einem Wettbewerb auf nationaler Ebene sogar beste Russisch-Schülerin der DDR. 1972 macht Merkel ihr Abitur mit einem Durchschnitt von 1,0 und geht zum Physik-Studium nach Leipzig.

Warum Physik? „Auch weil sich die DDR-Führung nur wenig in die Naturgesetze einmischen konnte“, schreibt sie auf ihrer Homepage. Das Studium schließt sie fünf Jahre später mit dem Diplom ab und zieht mit ihrem Kommilitonen und damaligen Ehemann Ulrich Merkel nach Ost-Berlin.Die beiden lassen sich aber bereits nach fünf Jahren Ehe im Jahr 1982 schon wieder scheiden.

Ihr Ehemann Joachim Sauer

Merkel arbeitete an der Akademie der Wissenschaft, im Zentralinstitut für Physikalische Chemie, und forscht auf dem Gebiet der Quantenchemie. 1986 promoviert sie dort zum Doktor der Physik.  Wie alle Doktoranden, muss aber auch sie in den „Ideologie-Unterricht“. Dort bekommt Merkel im Fach „Marxismus-Leninismus“ aber nur die Note „ungenügend“. 

An der Akademie lernt sie den Chemiker Joachim Sauer kennen. 14 Jahre später, 1998. heiraten die beiden. 

Sie lieben die Natur und klassische Musik. Besonders gerne gehen sie wandern oder in die Oper.

Von der DDR-Politik zur CDU

Merkel engagiert sich kurz vor der Wende beim „Demokratischen Aufbruch“, einer politischen Gruppierung der DDR, die eng mit der evangelischen Kirche verbunden ist. 1990 schließt sich die Partei mit der CDU zusammen. Bei den letzten und einzigen demokratischen Wahlen der DDR werden sie zur stärksten Kraft gewählt. Dadurch wird Merkel 1990 stellvertretende Regierungssprecherin der DDR-Regierung de Maizière.

Bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen, die noch im selben Jahr stattfinden, bewirbt sich die heutige Kanzlerin als Direktkandidatin um einen Sitz für den Wahlkreis Stralsund- Rügen-Grimmen und zieht in den Bundestag ein. Schon bei ihrem ersten Parteitag kommt sie mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl ins Gespräch. Schnell wird ihr der Spitzname „Kohls Mädchen“ verpasst. Es folgt ein schneller Aufstieg.

Foto: The Local

Ministerin, Umweltministerin, Generalsekretärin, Kanzlerin.

1991 macht Kohl sie zur Bundesministerin für Frauen und Jugend. Noch im selben Jahr kandidiert sie als stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU – mit Erfolg. Sie ersetzt Lothar de Maizière und kann sich damit in der Parteispitze etablieren.

1994 wird Merkel Umweltministerin. 1998 Generalsekretärin der CDU. In den folgenden Jahren versucht sie sich immer weiter von Kohl abzunabeln. 1999 kommt es zu einem Skandal in der CDU. Unions-Politiker Walther Leisler Kiep wird vorgeworfen, unter der Regierung Kohl Spenden an die CDU nicht versteuert zu haben. Merkel distanziert sich weiter von Kohl, jetzt auch öffentlich, um weiteren Schaden für die Partei zu vermeiden.

Doch der Start in die Bundespolitik verläuft holprig: Merkel hatte es gewagt, Kohl die Stirn zu bieten, was sie für einige Mitglieder der Partei, besonders dem rechtskonservativen Flügen, untragbar macht. Doch keiner der Landesvorsitzenden riskiert es, sich mit ihr anzulegen. Im April 2000 wählen sie die CDU-Mitglieder sogar mit 96 Prozent der Stimmen zur Parteivorsitzenden.

Quelle: Handelsblatt sowie Presse- u. Informationsamt der Bundesregierung, Stand März 2018

Foto: Pixabay

2005 ist dann endlich ihre Zeit gekommen: Nach mehreren verlorenen Landtagswahlen der SPD stellt der amtierende Kanzler Gerhard Schröder am 1. Juli 2005 die Vertrauensfrage, ein Antrag, durch den die Bundeskanzler überprüfen lassen, ob sie noch die Zustimmung der Mehrheit der Bundestagsabgeordneten haben. Es kommt zu Neuwahlen – und Merkel tritt an als Spitzenkandidatin der CDU.

Sie gewinnt die Wahl und wird damit Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland – als erste Frau, erste Ostdeutsche und jüngste Kanzlerin. Sollte sie die restlichen drei Jahre der laufenden Amtsperiode überstehen, wird sie sogar unseren ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer in Sachen Amtszeit einholen, und zieht mit ihrem alten Mentor und dem bisherigen Rekordhalter Helmut Kohl gleich, der sich immerhin 16 Jahre lang im Amt als Bundeskanzler halten konnte.

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