Politbörse

heutiger Tag

Die Europäische Zentralbank zerstört alle Hoffnungen auf ein Ende der mittlerweile lange andauernden, lockeren Geldpolitik. Die Schäden für die Wirtschaft werden immer größer.

Für uns Sparer war der Juni ein rabenschwarzer Monat. Wer bisher noch ein Fünkchen Hoffnung hegte, in absehbarer Zeit wieder ordentliche Zinsen für seine Ersparnisse zu erhalten, kann sich diese Hoffnung nun getrost von der Backe putzen. Denn die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen damals, die Leitzinsen bis mindestens Mitte 2020 auf dem aktuellen Niveau zu belassen.

Die Geldleihgeschäfte sollen die auslaufenden Leihgeschäfte aus dem Jahr 2016 ersetzen, die Banken auf diese Weise weiter üppig mit Liquidität versorgen und deren Kreditvergabe ankurbeln. Banken, die besonders viele Kredite vergeben, erhalten deshalb einen Zinsrabatt. Im günstigsten Fall zahlen sie für die Geldleihe nur den Einlagenzins plus 10 Basispunkte. Nach aktuellem Stand wären das minus 0,3 Prozent. Anders formuliert: Banken, die viel Kredit an Unternehmen und private Haushalte vergeben, werden von der EZB belohnt, indem diese ihnen Geld schenkt.

Christine Lagarde will als zukünftige EZB-Chefin dem Kurs ihres Vorgängers Draghi  folgen. Sie hat ganz klare Vorstellungen, und hat eine deutliche Botschaft für Deutschland.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten die bisherige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Juli als Nachfolgerin von Draghi an der Spitze der EZB nominiert. Der offizielle Beschluss soll im Oktober fallen.

Fachkundig hat Lagarde am Mittwoch in Brüssel die Fragen der Abgeordneten gekontert und ein paar Pflöcke eingeschlagen, was ihre künftige Amtsführung betrifft: Die Regierungen, die finanziellen Spielraum haben, „müssen mehr für die Konjunktur tun“, fordert sie. Gemeint ist Deutschland, das gerade hohe Überschüsse im Haushalt anhäuft. Andere Länder müssten eher ihre Strukturreformen vorantreiben, verlangt sie. Und schließlich müsse es unter den Regierungen der Eurozone „mehr Risikoteilung geben“.

Soll heißen: Solange es unserer Wirtschaft noch einigermaßen gut geht, sollen wir für Gott und die Welt zahlen. Die Sparer haben dabei das große Nachsehen. 

Quellen: Wirtschaftsforum, Wikipedia. Foto: pixabay, YouTube Screenshot

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