Wolfgang Falout ist 1954 geboren, und lebt heute im schönen Hessen. Schon lange schreibt er satirische Geschichten, deswegen freuen wir uns an jedem Sonntag auf seinen speziellen Wochenrückblick.

heutiger Tag

ZERKNIRSCHT HOCKE ICH IM SCHAUKELSTUHL UND …......

…..muss Ihnen leider mitteilen, dass die für heute geplante Veranstaltung „Der Zausel erklärt Ihnen die Welt“ ausfällt. 
Geplant war ein mehrstündiger Vortrag, leider aber sehe ich mich zu dieser Absage gezwungen, denn ich verstehe mittlerweile die Welt selbst nicht mehr. 

Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, der Cateringservice bei der Polizei bestellt und auch eine Kapitänsuniform im Kostümverleih war schon besorgt, denn nur im Gewand eines Kapitäns kann man heutzutage noch Aufmerksamkeit erregen.

Gerne hätte ich mich mit dieser Uniform eingereiht in die Liga der ganz großen Seefahrerlegenden, die es in Deutschland zu bewundern gibt, also mitgespielt in dieser Riege der ganz Großen. Irgendwo zwischen Käpt´n Blaubär, Käpt´n Iglo und Kapitänin Rackete. Während Käpt´n Iglo festgestellt hat, dass man den Gewinn steigern kann wenn man Fischfetzen mit einer dreifachen Menge Paniermehl umhüllt hat Kapitänin Rackete ihren Fang medienwirksam in den „nächstgelegenen“ sicheren Hafen gebracht und vermarktet ihn dort. Ohne Paniermehl, aber trotzdem gewinnbringend, wie der Erlös einer Sammelaktion zeigt.

Leider zeigen sich die italienischen Behörden wenig kooperativ, bestehen auf Einhaltung von Recht und Gesetz und beharren sogar auf den starren Regeln des Internationalen Seerechts.
Eigentlich konnte ich diese Italiener sowieso noch nie leiden. Gut, ich liebe Pizza und Pasta, italienische Autos, die Sprache, die Lebensart, dieses „dolce far niente“, ihr Temperament und den italienischen Fußball, aber sonst gibt es dort absolut nichts liebenswertes. Schauen Sie sich um in diesem Land an der europäischen Außengrenze, liebe Damen, geehrte Herren und verehrte Sonstige. Reiterstandbilder wohin man sieht (fast mehr Standbilder als das Land Einwohner hat), in Venedig die Straßen schon seit ewigen Zeiten unter Wasser (und trotzdem singen die Italiener statt Wasser zu schöpfen) und dann noch das sture Verlangen ihre Grenzen zu respektieren. Endlich ist es mal so weit, eine deutsche Heldin der christlichen Seefahrt steuert Lampedusa an, schiebt ein Polizeischiff zur Seite und erobert damit zwar nicht die Herzen der Italiener, aber die Mole. Keine Hymne ertönt, kein roter Teppich wird ausgerollt, niemand applaudiert, viele sind empört und einige zweifeln sogar an der Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens. Nein, die Italiener sind es nicht wert eine deutsche Heldin zu empfangen. 

Um den Italienern das zu verdeutlichen ist es natürlich zwingend notwendig, dass sich deutsche Spitzenpolitiker zu Wort melden und ungefragt ihre Meinung kundtun. In erster Linie natürlich der erste Bürger dieses Landes, unser Mann in Bellevue, der Bundespräsident himself, ein Mann also, der für Recht und Gesetz steht, solange es nur flexibel genug ausgelegt wird, der Schulschwänzer bewundert, einen vorzüglichen, wenn auch leicht fischigen Musikgeschmack und immer einen guten Spruch auf Lager hat. „Die Grenze zwischen dem Sagbaren und dem Unsäglichen verschiebt sich“ tat Schlossmeier kund beim Sommerinterview mit Theo Koll in der Kultursendung „Berlin direkt“ und er hat recht.  Zu dem „Unsäglichen“ gehört meiner Meinung nach auch der Satz dieses Herren, der die Verhaftung der Kapitänin als „nicht-europäisches Verhalten“ kritisierte, denn das bedeutet im Umkehrschluss, dass das akzeptieren und tolerieren von Rechtsverstößen demnach „europäischem Verhalten“ entspricht. Verehrter Herr, die Qualität eines Bundespräsidenten ist nicht messbar, die Qualität einer Rede allerdings kann man an ihrem Inhalt messen. Manchmal wäre es sogar besser wenn auch der erste Bürger dieses Landes schweigt, auch wenn er von der „intelligenten Oberschicht“ in dieses hohe, überbezahlte und absolut sinnlose Amt „gewählt“ wurde.(Vielleicht ist meine Meinung sogar noch durch Artikel 5 GG geschützt?)

Selbst unser Entwicklungsminister meldet sich bei diesem Thema zu Wort, ein Mann, der eigentlich nur für das Verteilen von deutschen Hilfsgeldern weltweit zuständig ist und ansonsten mit Politik nicht viel am Hut hat.
Und Heiko M., unser Masik Amahi (Man sieht ihn kaum, aber man hört ihn) gibt bekannt, dass er Salvini deutlich machen wird was er von diesem Vorgehen Italiens hält. Der „Deutlichmacher“ Heiko ist dermaßen empört, dass ihm vor lauter Empörung schon Haare im Gesicht gewachsen sind, wie ich auf einigen Fotos erstaunt zur Kenntnis nahm.
Und dass sich auch die Kirche zu Wort meldet ist vollkommen normal, denn sie hat ja keine anderen Aufgaben und Betätigungsfelder.Und dass die Kirche jetzt bereits Jesus, Klima-Grit und die Kapitänin Rackete auf eine Stufe stellt sorgt zwar für drangvolle Enge am Kreuz, verleiht aber der Dreifaltigkeit neuen Glanz und bestätigt die kirchliche Einfältigkeit 

Aber nicht nur die Kirche ist eine Institution die aus der Vergangenheit stammt, die Gegenwart bestimmt und die Zukunft gestaltet. Nein, auch die Seher und Propheten längst vergangener Zeiten nehmen mit ihren Vorhersagen Einfluss auf die Gegenwart.

Einer der bekanntesten Seher (sein Name ist mir momentan entfallen) sagte vor Hunderten von Jahren bereits:
„Und wenn dann das letzte deutsche U-Boot auf dem Grund des Meeres liegt,
Kriegsschiffe vollkommen marode in der Werft verrotten,
Reparaturkosten für ein Segelschiff zehnmal höher als geplant ausfallen,
eine ganze Armee abgewirtschaftet wurde,
Fluggeräte aller Art ihren Dienst verweigern,
wenn die Zahl der Berater in die Tausende geht,
deren Kosten unüberschaubar 
und für den menschlichen Verstand nicht mehr begreiflich sind,
dann ist es soweit und auch die letzte noch vorhandene Fregatte wird den Dienst quittieren und ein neues Betätigungsfeld suchen, dort im Lande Belgien, in der Stadt Brüssel, wo sich Menschen aufhalten, die man Politiker schimpft und die sich ernähren vom Blut und Schweiß ihrer Opfer.“

So also sprach der Prophet und die Vorhersage scheint sich zu erfüllen, denn unser aller Röschen, deren „PUF“ (Panzer-Ursel Fanclub) ich leite und deren Anhänger ich betreue steht in der Endrunde der europäischen Casting-Show „The Next European Commission President“. Während es Spitzenkandidaten gab, die sich und ihre Politik offiziell vorstellten und sich zur Wahl stellten kam aus dem Hintergrund unsere Ursel, deren Geschick auf allen Führungspositionen ebenso bekannt ist wie ihre Führungsqualität und ihre Teamfähigkeit, die in allen Stresssituationen stets auch noch an ihre Familie und deren finanzielle Ausstattung denkt, ihre Berater nicht vergisst, mit Charme und Grazie überzeugt und blond ist. Und dass ihr Weg vorgezeichnet war entnehmen Sie bitte der Tatsache, dass Röschen bereits 1978 gemeinsam mit der „Albrecht-Familie“ das wunderbare Musikstück „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ gesungen hat, erschienen bei Ariola unter der Labelnummer 15 588 AU. Der Titel der B-Seite lautet „Alle Birken grünen im Moor und auf der Heid´“. Dieser Titel ist zwar genau so schön, leider war aber damals nicht vorhersehbar, dass Uschis Truppe Jahre später grünende Birken auf Moor und Heid´ in Brand schießen würde.  Dass Uschi mir mit ihrem vermutlichen Abgang Stress bereitet sei ihr verziehen. Natürlich wird es den „PUF“ auch weiterhin geben, zum Gedenken an die unermesslichen Dienste, die unsere Uschi für die Truppe geleistet hat und ein neuer Fanclub kommt wahrscheinlich noch dazu, der „EuRöF“, also der Euro-Röschen Fanclub 

Und auch Röschens Nachfolge scheint geklärt zu sein. Natürlich braucht eine erfolgreiche Armee einen Minister der selbst nicht gedient hat, damit er ohne jegliche Voreingenommenheit, ohne jegliche Kenntnis der inneren Strukturen der Truppe einen ordentlichen Job machen kann. Ein lockeres Händchen bei den Ausgaben ist erforderlich, Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der EU und der NATO sind zwingend vorgegeben. Natürlich sollte man als Minister auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Truppenteilen kennen, daher meine Hilfestellung. Merke: M/W/D zu Fuß unterwegs: entweder ein Angehöriger des Heeres oder ein Flüchtling auf der Balkanroute. M/W/D im Schlauchboot unterwegs: entweder ein Angehöriger der Marine oder ein Flüchtling im Mittelmeer. M/W/D im Flugzeug unterwegs: entweder ein Angehöriger der Luftwaffe oder der Familiennachzug eines Flüchtlings 

Ich nehme mal an, dass die Entscheidung über Röschens Nachfolge per Losentscheid getroffen wurde, zwischen den Kandidaten Philip „the fighting machine“ Amthor und Jens Spahn, dessen indianischer Name übersetzt lautet „Der den Zapfen streicht“.

Aber bei aller Freude über die Politik verursacht sie natürlich auch Stress. Bleibt mein Schaukelstuhl hier? Stelle ich ihn im Falle eines Falles in Brüssel auf? 
Manchmal stelle ich den Schaukelstuhl sogar mitten auf die Straße und warte. Ja, liebe Damen, geehrte Herren und verehrte Sonstige, ich warte darauf, dass auch ich endlich einmal „repräsentativ befragt“ werde.
Wieder wurden jede Menge Menschen „repräsentativ“ befragt und ich war schon wieder nicht dabei  Emnid hat im Auftrag der „Bild am Sonntag“ 1009 Deutsche gebeten, der Bundesregierung ein Zeugnis auszustellen. Das Ergebnis? Für die seitherigen Leistungen gab es insgesamt eine 4 plus. Beliebtestes Regierungsmitglied ist und bleibt der zitternde Hosenanzug aus dem Kanzlerinnenamt mit der Note 3,1. Auf Platz 2 folgt Heiko M. mit ebenfalls 3,1, der sich damit auf „Augenhöhe“ mit Ääääntschie befindet. Der beliebteste CSU-Minister ist Gerd Müller, der reisende Minister für das Verteilen deutscher Entwicklungshilfe weltweit, mit einer satten 3,2. Ihm dicht auf den Fersen sind Olaf Scholz und Franziska Giffey mit ebenfalls 3,2. Über die Noten der anderen Regierungsmitglieder liegen mir keine Informationen vor, diese dürften aber ähnlich gut sein und zustimmendes Kopfnicken verursachen.

 

„Lieber Zausel“ meldet sich jetzt die nette, allzeit sympathische, nicht allzu große, aber stets hilfsbereite Frau zu Wort. „Vielleicht könntest du dein ketzerisches Werk mal kurz unterbrechen und einem Freund eine Frage beantworten. Dieser Feund fragte neulich „Warum soll ich eigentlich noch wählen gehen?“
Nun, die Frage ist mal schnell zwischendurch beantwortet, mein Freund. Wahlen sind der Ausdruck einer funktionierenden Demokratie, deren höchstes Gut, und sie geben dem Bürger das Gefühl einer gewissen Mitsprache. Außerdem……….
„Außerdem ändern sie nichts an den bestehenden Verhältnissen, denn sonst wären sie wohl illegal“ fügt die Nette an und erläutert: „Schauen wir mal nach Bremen als Sinnbild einer funktionierenden Demokratie. Dort haben die seit der Steinzeit regierenden Sozis eine in die Fresse bekommen (liebe Grüße an Bäätschie) und ihre Mehrheit verloren. Nun genießt aber ein abgewählter Regierungschef das Privileg ein Wahlergebnis als „Gestaltungsvorschlag“ interpretieren zu dürfen und mit anderen Wahlverlierern eine Koalition bilden zu dürfen. Dies ist in Bremen gelungen und die Koalition steht. Über das Mindesthaltbarkeitsdatum wurde nichts bekannt, aber wir werden von Fall zu Fall am Inhalt schnuppern. 

Verlassen wir nun Bremen und richten unseren Blick nach Bayern.
Dort in Bayern, genauer gesagt in Feldkirchen in Niederbayern, findet zur Zeit ein Manöver statt. Der Name der Übung lautet „Combined Aid 2019“ und beteiligt sind 92 Soldaten der Chinesischen Volksbefreiungsarmee, 120 Soldaten der Bundeswehr sowie 120 Frauen und Männer als Unterstützungspersonal (nein, über eine Beteiligung von Diversen ist nichts bekannt).

Das Szenario: „In einigen Flüchtlingslagern ist die Cholera ausgebrochen und an anderen Stellen gab es aus ungeklärter Ursache einige Verletzte.“ Geübt wird das Zusammenspiel der chinesischen und der deutschen Soldaten beim Ausbruch einer grenzüberschreitenden Epedemie. Wahrscheinlich wurde Feldirchen als Manöverort ausgewählt weil es von dort bis zur deutsch-chinesischen Grenze ja nur einige Meter sind. 

Aber natürlich kann ich Sie beruhigen, verehrte Anwesende, der Ausbruch irgendeiner Seuche in einem Flüchtlingslager ist ebenso unwahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass es in deutschen Freibädern jemals zu Übergriffen kommen könnte. Solange die deutschen Bademeister die Lage im Griff haben müssen Sie sich um Ihre Sicherheit keine Gedanken machen. Zwar gab es vereinzelte Meldungen über „unangenehme Erlebnisse“, aber die dienen wahrscheinlich nur der Instrumentalisierung durch Demokratiegegner, die solche Meldungen für ihre Zwecke missbrauchen wollen.  Und da die „Erlebnisbäder“ ja schon in ihrem Namen darauf hinweisen sollten Sie nicht überrascht sein über irgendwelche Erlebnisse. Natürlich sind Sie in diesen Spaßbädern nicht nur selbst für Ihre Garderobe und Ihre Wertsachen verantwortlich, nein, auch für Ihre Sicherheit tragen Sie selbst die Verantwortung. Das Absingen von Weihnachtsliedern (wie einst von der Trulla empfohlen) irritiert möglicherweise etwas, die Armlänge Sicherheitsabstand ist nicht immer einzuhalten und Trillerpfeifen und ähnliche Geräte verstoßen gegen die Lärmschutzverordnung. Absolut sicher scheint das Tragen von Burkinis zu sein. Es gibt zumindest keine Berichte darüber, dass übermütige deutsche Kinder Burkini-Trägerinnen sexuell oder sonstwie belästigt haben.

 

Ansonsten ist unser Land immer noch so sicher wie nie und Rückführungen häufen sich.
Sprach unsere Miss Uckermark vor einem Jahr noch davon, dass durch die Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze bis zu 40 000 Migranten betroffen sein könnten, in ein anderes EU-Land abgeschoben werden zu können, hat sich ihre Vorhersage beinahe bestätigt. Immerhin wurden seit August 2018 bis heute bereits 18(!!) Menschen zurückgeschickt, 18 davon nach Griechenland und 2 nach Spanien. Sie hatten sie dort bereits einen Asylantrag gestellt, wurden deshalb zurückgeschickt, wo sie sich aber mittlerweile aufhalten ist unbekannt. 

Unbekannt ist aber auch die Zahl der Facharbeiter, die zu uns kommen weil sie dringend benötigt werden.

„Richtig“ ergreift die Nette das Wort, „es fehlen Facharbeiter. Um diesen Umstand zu erklären muss ich zurückgehen bis zu Adam und Eva.“ (ich schließe entspannt die Augen und bereite mich mental auf einen längeren Redeschwall der Netten vor). „Damals im Paradies hat Eva den Apfel gepflückt und Adam schaute ihr dabei zu, also ungefähr wie bei uns, Zausel, eine Arbeiterin und ein Zuschauer. Die Arbeitslosenquote lag also bei 50 % und hieß Adam.Im Laufe der Jahre gab es mehr Arbeit und weniger Arbeitslose, die Quote variierte also. Immer mehr Arbeitsplätze entstanden, immer mehr Arbeiter wurden benötigt und die Arbeitslosenquote sank. Heute schließen immer mehr Firmen oder verlagern ihre Produktion ins Ausland. Immer mehr Arbeiter werden entlassen und die Quote sinkt dadurch natürlich weiter.  Bestens ausgebildete Facharbeiter strömen von überall her ins Land, finden keine Arbeit, was natürlich bedeutet, dass die Quote weiter sinkt. Um aber die Arbeitslosenquote auf Null zu bringen und damit Vollbeschäftigung zu haben ist es dringend erforderlich, noch mehr arbeitslose Facharbeiter ins Land zu holen, denn das entlastet unsere Sozialkassen, bringt die Wirtschaft in Schwung und bedeutet Wohlstand für alle, falls ich die Regierung richtig verstanden habe.“
Natürlich hat sie das richtig verstanden 

In Hessen, der geliebten Heimat, wurden z.B. im Juni 147280 Arbeitslose gemeldet. Das entsprach einer Quote von 4,3 % (gegenüber der Quote von 50 % bei Adam und Eva ein Fortschritt) und bedeutet schon beinahe Vollbeschäftigung.

Ein echter Fachkräftemangel aber „belastet den Ausbau des Bahnverkehrs“ meldet unsere Heimatzeitung. „Trotz intensiver Bemühungen ist die Personaldecke auf Grund des deutschlandweiten Lokführermangels angespannt“. „Der Arbeitsmarkt für Lokführer ist leergefegt, als Quereinsteiger wurden schon Metzger, Bäcker, Biologen, Friseure und Studienabbrecher eingestellt („Studienabbrecher gehen aber normalerweise in die Politik und nicht zur Bahn“ behauptet die Nette.) Immer mehr Ausbildungskurse bieten die DB und andere Bahnunternehmen an um neue Lokführer zu rekrutieren. Alleine die HLB (die Hessische Landesbahn) benötigt derzeit rund 330 Triebfahrzeugführer. Die Anforderungen sind überall gleich: die Bewerber müssen einen mittleren Bildungsabschluss haben und möglichst auch eine andere Ausbildung. Diese Bedingungen erfüllen wahrscheinlich alle jetzt einreisenden zukünftigen Facharbeiter, jedoch wird auch ein Mindestalter von 21 Jahren erwartet, das aber kaum ein Neubürger bis jetzt schon erreicht hat, handelt es sich bei ihnen doch fast auschließlich um Kinder und Jugendliche.

„Wenn sie dann aber das erforderliche Mindestalter erreicht haben bietet sich ihnen ein Traumjob, Zausel. Triebfahrzeugführer haben eine goldene Zukunft. Sie können ihre Triebe, also ihre Triebfahrzeuge in geregelte Bahnen lenken und werden noch bezahlt dafür.“ glaubt die Nette.
Natürlich werden sich sofort Tausende zukünftige Triebwagenführer ins Meer stürzen um Deutschland zu erreichen. Der größte Teil von ihnen wird aber wahrscheinlich von Kapitänin Rackete aus dem Meer gefischt und nach Lampedusa gerettet. Erst über viele Umwege werden sie Deutschland erreichen und bis dahin müssen wir also mit Zugausfällen oder Verspätungen leben 

„Ach Zausel, während wir auf irgendwelche Züge warten könntest du eigentlich schon mal voller Begeisterung einen Cappuccino bereiten und ihn mir freudestrahlend servieren. Aber lass dir ruhig etwas Zeit, sofort ist vollkommen ausreichend.“
So freundlich gebeten erfülle ich der Netten natürlich auch diesen Wunsch (wie alle anderen auch immer und sofort) und mache mich ans Werk.
Ich verabschiede mich für heute und hinterlasse wie immer den Warnhinweis

ICH KOMME WIEDER

Tschüüüssssssss

P.S.: Nutzen Sie die vor uns liegende Woche, liebe Damen, verehrte Herren und geehrte Sonstige, und geben Sie Ihrem Leben einen Sinn. Retten Sie Flüchtlinge aus dem Mittelmeer oder bewerben Sie sich als Aufsicht in irgendeinem Freibad.

Sollten Sie für die kommende Woche Ihre Hochzeit planen oder Ihr Ehegelöbnis erneuern wollen vermeiden Sie bitte einen Hochzeitskorso in NRW, denn dort geht der Innenminister mit aller gebotenen Härte gegen diesen uralten deutschen Brauch vor. Ich halte diese operative Hektik als Zeichen geistiger Windstille für absolut überzogen, denn gerade mal 235 Autokorsos wurden in letzter Zeit in NRW verzeichnet, davon nur 34 auf der Autobahn. In 25 Fällen wurde das junge Glück mit Schusswaffen gefeiert (evtl. sogar mit scharfer Munition). Das dürfte wohl beweisen, dass keine Reichsbürger an den Feierlichkeiten beteiligt waren, denn Reichsbürger bekommen keine waffenrechtliche Erlaubnis. Die Überlegung wer nun aber Schusswaffen benutzt haben könnte überlasse ich Ihrer Phantasie. Bitte hüten Sie sich aber beim Nachdenken vor Verstößen gegen irgendwelche Gemeinschaftsstandards und vermeiden Sie Hassrede. 

P.P.S.: Das Schönste an diesen hetzerischen Zeilen des Zausels ist der Cappuccino danach.Habe ich jetzt jahrelang versucht aus diesem Kerl einen guten und folgsamen Staatsbürger zu machen muss ich leider gestehen, dass ich kläglich gescheitert bin 
Gerne erinnere ich an die Worte von William Shakespeare
„Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.“ 
Tragen wir also dieses Kleidungsstück mit Gelassenheit, aber auch mit gespannter Aufmerksamkeit.
Allen eine schöne Woche gewünscht.
LGB

Hessen, den 30. Juni 2019

Wir tun es aber dennoch.....

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