„Unser Mittelstand ist der Motor unserer Wirtschaft“. Das kennen Sie sicherlich alle, weil oft in unserem Sprachgebrauch benutzt, wenn es um wirtschaftliche Themen geht. 

Als Mittelstand werden in Deutschland die kleinen und mittleren Unternehmen bezeichnet, bei dem bis zu zwei Personen oder ihre Familienangehörigen mindestens 50% der Anteile des Unternehmens halten.

Es gehören Unternehmen aller Branchen einschließlich des Handwerks und der Freien Berufe, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten, dazu.

 

Eigentlich sind sich alle einig, Politik und Wirtschaft, sowie wie Lobbyisten, dem Mittelstand gebührt mehr Respekt und Aufmerksamkeit. Eine eigene Lobby hat der Mittelstand nicht, jedoch ist er die Melkkuh der Nation. Im Namen der „sozialen Gerechtigkeit“ wird er ausgebeutet, obwohl er den Sozialstaat finanziert. Großspurig geben jedoch alle Parteien an, sich für den Mittelstand einzusetzen.

Für die Zukunft der kleinen und mittleren Unternehmen ist die Europawahl am 26. Mai 2019 von sehr großer Bedeutung. Das Unternehmerprogramm des Mittelstandes zur Europawahl 2019 finden Sie hier.  Weiterhin gibt es hier eine Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die sich mit Herausforderungen, Trends und Handlungsempfehlungen für Wirtschaft und Politik beschäftigt. Das Ergebnis der EU-Wahl ist für mittelständische Unternehmen so bedeutsam, da dort Forderungen an die Politik gestellt werden, die für diese essentiell für ihre Zukunft sind.

Laut Aussage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sind 99% aller Unternehmen in Deutschland Mittelständler. „Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, stellen fast 60% aller Arbeitsplätze und rund 82% der betrieblichen Ausbildungsplätze.“ 

Wenn dem so ist, warum wird dann so sträflich mit ihm umgegangen? Warum wird der Mittelstand von unserer Bürokratie sprichwörtlich erschlagen und finanziell immer mehr ausgebeutet? Sägen wir uns damit nicht den berühmten Ast ab, auf dem wir (noch) sitzen?

Das Kraftzentrum Deutschlands sind die vielen kleinen und mittleren Unternehmen, von denen  es immerhin stattliche 3,5 Millionen bis jetzt gab, diese Zahl ist bis 2018 angestiegen auf über 6 Millionen Betriebe und Selbstständige.  Das ist nicht zu verachten, denn sie waren es, die für den Aufschwung der letzten Jahrzehnte gesorgt haben. Das wird durch den Jahresmittelstandsbericht 2019 belegt. Diesen können Sie sich hier ansehen. Bis zum Jahr 2018 war die Zahl der Beschäftigten in Mittelstandsbetrieben auf 39,6 Millionen angestiegen.

Welche Probleme gibt es?

Momentan sind die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen unzufrieden, da die Erledigung bürokratischer Vorschriften mehr Zeit in Anspruch nimmt. Die DSGVO (Datenschutz-Grund-Verordnung) z.B., ein ständiges Dokumentieren und Nachweisen der Einhaltung von Vorschriften. Es kostet sehr viel Zeit, und lässt sich kaum mit dem Führen eines Betriebes vereinbaren. Erleichterungen sind nicht in Sicht, im Gegenteil.

Das Lebensmittelhandwerk z.B. ist einer enormen finanziellen Belastung durch das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ausgesetzt. Die EEG-Umlage ist von 2012 bis 2018 um knapp 90% gestiegen, diese Kosten werden natürlich auf die Endverbraucherpreise aufgeschlagen. 

Beispiel:  Zahlte ein Handwerksbetrieb mit einem Jahresstromverbrauch von 1,3 Mio. kWh im Jahr 2003 noch 5.330 Euro EEG-Umlage, waren es 2016 bereits knapp 90.000 Euro. Zuzüglich Netzentgelten und sonstigen Steuern ergebe sich für den Betrieb pro Jahr ein sechsstelliger Betrag nur für Stromkosten.

Zerstört Merkels Energiepolitik den Mittelstand?

Merkels Energiepolitik ist dabei, den deutschen Mittelstand zu zerstören. Geht dieser kaputt, wird es auch mit der Wirtschaft bergab gehen. Seit 2016 haben sich die Stromkosten verdoppelt. Die einzelnen Betriebe sind hektisch dabei die Stromkosten zu reduzieren, was bei energieintensiven nicht einfach ist. Dabei ergeben sich

  • Wettbewerbsnachteile;
  • Steigende Produktionskosten;
  • geringere Gewinne;

Das ist für die Unternehmen nicht leicht zu schultern, schon weil sie nicht wie z.B. VW oder Daimler eigenen Strom im eigenen Kraftwerk erzeugen, und nicht wie z.B. Bayer oder BASF von vielen Auflagen des ökologischen Umbruchs ausgenommen sind. Diese Ungleichbehandlung bergen enorme Risiken in sich.

 

Bedeutet also, Großkonzerne zahlen gar keine, oder wenig Steuern, während beim Mittelstand gnadenlos abkassiert wird. Auch dem Verbraucher ist das bald nicht mehr zu vermitteln, da fixe Kosten dadurch ständig steigen. Hinzu kommt die Steuerlast, sowohl für die Betriebe, als auch für den einzelnen Bürger. Diverse Steuervermeidungs- und Hinterziehungsprogramme wurden von Luxemburg (Juncker) ausgebremst. Insbesondere SPD-Mann Martin Schulz hat offensichtlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um größeres Unheil von Juncker abzuhalten, so der Focus.

Digitalisierung

Laut einer Bitkom-Studie haben inzwischen vier von fünf Unternehmen eine Strategie für Digitalisierung Doch nur ein Viertel der befragten Firmen investiert tatsächlich in digitale Geschäftsmodelle. Hemmnisse sind neben hierarchischen Strukturen mit langen Entscheidungswegen auch ein fehlendes Budget oder die Angst vor Kontrollverlust. Vor allem Mittelständler schaffen es nicht, den digitalen Wandel in ihren Unternehmen voranzutreiben.

Kleine und mittelständische Unternehmen spürten bislang kaum Druck, digital zu werden. Oft sind die Mitarbeiterzahlen so gering, dass Personalführung und Arbeitsabläufe auch ohne innovative Technik möglich sind. Immer häufiger kommt der Druck nun von außen: Wenn Kunden und Lieferanten digital arbeiten oder diese Arbeitsweise sogar voraussetzen, müssen KMU nachziehen.

Konkurrenz durch Großkonzerne

Wie bereits geschildert, genießen Großkonzerne bei uns diverse Privilegien. Kleine und mittlere Unternehmen sind dem Wettbewerb zu den Großunternehmen nicht gewachsen. Diese haben Zugriff auf den Kapitalmarkt, der günstigsten Art der Finanzierung. Sie suchen sich günstige Steuervorteile im internationalen Raum und schaffen sich dadurch Kostenvorteile gegenüber in der Region steuerpflichtigen Unternehmen. Mit ihren Gewinnen bauen sie ihre Marktmacht aus und vernichten dadurch kleine und mittlere Unternehmen. 

Eine wirtschaftliche Entwicklung, die ganze Regionen in ihrer Wirtschaftsleistung und sozialen Gerechtigkeit schwächt. Denn kleine und mittlere Unternehmen beschäftigen in Deutschland über 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und sorgen damit für unseren regionalen Wohlstand. Hier wäre die Politik gefordert, die leider den Lobbyisten den Vorrang gibt. Die Kleinen haben (wie meistens) den Nachteil. 

Die Zukunft

Selbst CDU-Politiker, außerdem natürlich viele Unternehmen machen sich ernsthafte Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit, da die Bundesregierung viel zu wenig tut. Laut einiger Studien liegt das Potenzial des Mittelstands in seiner Vielfalt. Für eine wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte unternehmerische Betätigung müssen generell Anreize in allen Bereichen geschaffen werden. Kleine und mittelständische Unternehmen haben nicht nur mit dem Konkurrenzdruck der Großkonzerne zu tun, sondern es sind auch die kleinen Probleme die vorhanden sind. Z.B. hoher Krankenstand, Fachkräftemangel usw. Weiterhin müssen sie mit der Globalisierung Schritt halten können. Man kann nur hoffen, dass sich Politik endlich darauf besinnt, unseren für uns alle lebensnotwendigen Mittelstand zu erhalten. So wie es momentan läuft, bewegen wir uns in den Abgrund.

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