Politbörse

heutiger Tag

Wolfgang Falout ist 1954 geboren, und lebt heute im schönen Hessen. Lange schon schreibt er politische Satire, und wir freuen uns Sonntags auf seinen Wochenrückblick.

GANZ ENTSPANNT HOCKE ICH IM SCHAUKELSTUHL, BEGRÜßE SIE ALLE.............

………..auf das Allerherzlichste zu unserem heutigen Gespräch. Einige von Ihnen, liebe Damen, verehrte Herren und geehrte Sonstige, folgen ja schon seit einiger Zeit meinen wöchentlichen Nachbetrachtungen der Politik und ihrer Macher und haben deshalb sicher schon erkannt, dass unter meiner butterweichen Schale ein zartschmelzender Kern verborgen ist 

Ja, und damit sind wir schon beim Thema des Tages. Ich möchte mit Ihnen über Gefühle sprechen, über echte Gefühle, die ich habe und zu denen ich mich bekenne.

Mein Gefühlsleben geht über das übliche Hunger- und/oder Durstgefühl hinaus, denn wer die Politik so ausgiebig und voller Zuneigung betrachtet wie ich es tue, kann sein Herz nicht verschließen vor zusätzlichen Gefühlen, die die Politik so mitbringt, also so ein leichtes Gefühl von Abscheu, Abneigung und Ekel zum Beispiel, oder auch das Gefühl, wenn gerade erst genossene Lebensmittel wieder nach oben steigen möchten. 

Schauen wir zurück auf die Wahlen in Brandenburg und Sachsen, dort im „Nahen Osten“. Schamlos nutzten die Ossis und Ossiinnen ihr Wahlrecht aus, machten regen Gebrauch davon und haben die Regierungsbildung unnötig erschwert. Reichten früher zwei oder maximal drei Koalitionspartner aus um eine demokratisch legitimierte Landesregierung zu bilden werden jetzt vielleicht vier Koalitionspartner erforderlich sein um diesen verhängnisvollen Rechtsruck durch die AfD zu verhindern. Ohne Rücksicht auf die früher gerne und oft gesuchten „gemeinsamen Schnittmengen“ müssen nun Verhinderungskoalitionen gebildet werden, denn der Untergang des Abendlands war noch nie so nahe.

Womit ist dieser Zulauf bei den „ewig Gestrigen“ aber zu begründen? Nun, zunächst einmal steckten diese „Rääächten“ im Heer der Nichtwähler, die jetzt mobilisiert wurden und auch die demokratischen Parteien hatten wohl Tausende Rechtsextreme, Rechtspopulisten und ähnliche schlimme Finger in ihren Reihen, die man zwar nicht versteht (es geht uns doch gut!!), die man aber trotzdem „zurückholen“ möchte. 

Trotz der unterschiedlichen Ansichten ist aber der Wählerwille klar erkennbar, der Wählerauftrag deshalb genau so ersichtlich und rund ein Viertel der Wähler in beiden Bundesländern hat sich einfach nur geirrt und seine Kreuze wider besseres Wissen platziert.
Enttäuscht bin ich darüber, dass 30 Jahre nach der Demokratisierung Gesamtdeutschlands rund ein Viertel der Bewohner blühender Landschaften noch immer nicht den Sinn einer Wahl verstanden hat. Liebe Ossiinnen und Ossis, eine Wahl soll die bestehenden Machtverhältnisse bestätigen, nicht aber verändern wollen. 

Ansonsten aber entsprach die Wahl bzw. die gewohnt neutrale Berichterstattung darüber in den öffentlich-rechtlichen Anstalten durchaus meinen Erwartungen.  Man erwähnte (vermutlich aus Gründen dieser Neutralität) nicht, dass ausgerechnet die ewig Gestrigen die eigentlichen Wahlgewinner waren, wenn man sich so die Gewinne und Verluste an Wählerstimmen ansieht. Es fehlte auch nicht der Hinweis, dass es sich bei der AfD um eine „rechtspopulistische Partei“ handelt, wie eine vermutlich „linkspopulistische Nachrichten-Vorleserin“ mit sichtbarer Leidensmiene verkündete. 

Interessant erschien mir bei der Wahlberichterstattung aus Brandenburg der verzweifelte, aber gelungene Versuch einer „Hupfdohle“ ihr selbst gemaltes Plakat in die Kamera zu halten, versehen mit dem Spruch „Rassisten sind keine Alternative“. Richtig, du Dohle, ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, dass auch dumme Menschen keine echte Alternative sind, selbst wenn sie irgendwelche tumben Parolen nachplappern oder mittels eines Plakats in die Kamera halten.Interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang allerdings, dass gerade bei der Wahlberichterstattung an Kameras gespart wird. 

 Während bei einer Fußballübertragung der Fernsehzuschauer Dank neuester Technologie durch grob geschätzt 236 verschiedene Kameraperspektiven nachvollziehen kann, ob der Ball nun zur Gänze die Linie überschritten hat, begnügt man sich bei der Wahlberichterstattung auf eine einzige Kameraperspektive und beweist damit, dass man auch mit einer einzigen Kamera zeigen kann, dass eine Linie überschritten wurde. Ebenfalls in voller Gänze 

Und dass Vertreter einer „Knapp-unter-acht-Prozent-Splitterpartei“ in diesem Wählervotum ganz klar den Wählerauftrag einer Regierungsbeteiligung erkennen, entbehrt auch nicht einer gewissen Komik.  Und dass für den Parteivorsitz mehr Bewerbungen vorliegen als diese Partei noch Wähler im Osten hat macht die Tragik dieser großen Arbeiterpartei sichtbar. Einer dieser Bewerber ist nebenbei bemerkt übrigens Olaf Scholz, der im Nachgang zu dieser Wahl das vermutlich größte Problem der Gegenwart erkannt hat und es mit blumigen Worten ausdrückte: „Wichtig ist, dass die AfD wieder schwächer wird.“ Ach Olaf, ich erinnere noch an Zeiten, als Parteivorsitzende (oder werden wollende sich eigentlich mehr um die Belange ihrer eigenen Partei kümmerten und sich bei fallenden Umfragewerten Gedanken um die eigenen Werte und Ursachen machten. 

„Richtig Zausel, aber irgendwann sind auch die Wahlen vorbei, die Berichterstattung darüber erledigt, die Wählerbeschimpfung lässt nach und man kann sich wieder einem ungetrübten Fernsehgenuss widmen“ erinnert mich die nette, allzeit sympathische, aber nicht allzu große Frau an meine Absicht, der politischen Berichterstattung zu entsagen, ein besserer Mensch zu werden und mich ganz meinen Gefühlen hinzugeben. Und da Bildung Not tut nutze ich dafür natürlich das Medium Fernsehen, welches Bildung vermittelt, bereits vorhandene Gefühle noch verstärkt und das Wissen steigert, Vergangenheit und Gegenwart erklärt. Was aber wäre dafür besser geeignet als eine Doku? Also, einen Blick in die Fernsehzeitung geworfen und fündig geworden. „Stunden der Entscheidung – Angela Merkel und die Flüchtlinge“ hieß diese Doku, eine Sternstunde deutscher Fernsehkultur. Spielszenen wechselten sich ab mit Interviews ehemaliger und gegenwärtiger Politiker, ich sah unseren ehemaligen Minister de Maiziere wieder, den Mann, der selbst mit offenem Mund mit den Zähnen knirschen kann und ich erkannte Siggi „das Pack“ Gabriel, einen der größten noch lebenden Sozen. 

 Ich war begeistert.Ich sah „ungarische Flüchtlinge“ aus Syrien, die illegal, aber mit Duldung unserer Staatsführung erst nach Österreich ausreisten bevor sie dann in Deutschland einreisten.Ich erkannte, dass die heute Einreisenden gegenüber den damaligen Zuwanderern stärker pigmentiert, aber keineswegs weniger verfolgt, verzweifelt und bedroht sind und Hilfe dringend erforderlich ist. In Deutschland, da nur hier der gewohnte Standard gewährleistet ist. Und ich erkannte mit Erschrecken die Ähnlichkeit der Hauptdarstellerin mit ihrem realen Vorbild. Meine Gedanken schweiften ab, vor meinem geistigen Auge erschien das Bild eines Aquariums, dessen Scheibe platzt, wodurch sich Wassermassen ins Wohnzimmer ergießen, Fische verzweifelt nach Luft ringen, bevor sie dann qualvoll verenden.  Was aber würde geschehen, fragte ich mich, wenn nun der Bildschirm meines Fernsehers platzt, Tausende syrischer Flüchtlinge in mein Wohnzimmer gespült werden und dort qualvoll verenden?? 

Was würde geschehen, wenn die so verhängnisvoll ähnlich aussehende Hauptdarstellerin dieser Doku ebenfalls im Kreis ihrer Flüchtlinge in meiner guten Stube verendet? Würde man mir glauben, dass es es sich dabei um ein Missgeschick handelte und ich nichts damit zu tun habe, obwohl meine Axt noch in der Mattscheibe steckt, die zu werfen mir ein Bedürfnis war??  

Aber natürlich gibt es auch einige Politiker, die man viel zu selten sieht 
Ich denke da zum Beispiel an Masik Amahi (man sieht ihn kaum, aber man hört ihn), unseren Außen-Heiko, den man auf Grund seiner eher sparsam gestalteten äußeren Umrisse kaum wahrnimmt, der aber für die Politik in Deutschland und der Welt absolut unverzichtbar ist. Der Mann mit dem untrüglichen Instinkt für Krisen und deren Bekämpfung. Ein Mann, der geschaffen ist wie kein Zweiter um die Not zu lindern, und es versteht, den Großen dieser Welt auch mal die Spielregeln internationaler Diplomatie zu erklären. Und wieder hat er einen Konflikt aufgespürt, dessen mögliche Auswirkungen für Deutschland und die Welt erkannt und sofort schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt. Ja, liebe Damen, geehrte Herren und verehrte Sonstige, der Sudan benötigt Hilfe von Heiko Maas.Und Heiko der Kümmerer hat diese Hilfe sofort zugesagt, also Soforthilfe versprochen. Zwar ist die jetzt installierte Regierung nur eine noch nicht gefestigte Übergangsregierung, aber zusätzliche Finanzmittel sind bereits jetzt durchaus willkommen. 

Und jetzt in diesem Zusammenhang macht sich die deutsche Bildungsmisere bemerkbar und es wird peinlich für Sie, liebe Damen, geehrte Herren und verehrte Sonstige, denn Sie wissen nichts über den Sudan, ein mögliches Nachbarland Deutschlands, wie sicher demnächst bekanntgegeben wird.

Nun also werde ich Ihnen die Ähnlichkeit erklären müssen zwischen der Republik Sudan und Deutschland. Im Größenvergleich liegt der Sudan mit einer Fläche von 1861500 km² knapp vor Deutschland, das sich über eine Fläche von rund 357000 km² erstreckt, der Sudan ist also ca. 5 mal so groß. Die Einwohnerzahlen unterscheiden sich auch nur geringfügig (43 Mio. im Sudan gegenüber 83 Mio. in Deutschland), die Verteilung über die Fläche ist ähnlich 

Leben bei uns ca. 232 Bewohner auf dem Quadratkilometer sind es im Sudan rund 19 Einwohner. Die Religionen sind ähnlich, denn rund 70 Prozent der Sudanesen sind muslimische Sunniten, 25% gehören irgendwelchen ethnischen Religionen an und nur 5 Prozent sind Christen, aber ich bin sicher, dass wir uns diesen Verhältnissen von Christen zu Muslimen annähern, wenn wir uns nur ordentlich darum bemühen.  Und falls Ihnen die deutsche Nationalhymne („Das Lied“) zuwider ist singen Sie doch einfach die sudanesische Hymne, welche da lautet „Nahnu dschund Allah, dschund al-watan“.

„Wenn aber der Sudan Hilfe benötigt, der dortige Glaube überwiegend muslimisch geprägt ist, relativ großzügige Platzverhältnisse herrschen, könnte man dieses Land an der deutschen Grenze eigentlich mit Facharbeitern unterstützen, die einen ähnlichen Glauben haben und strebsam und voller Enthusiasmus die Wirtschaft ihres jeweiligen Gastlandes vorantreiben, die Sozialkassen füllen, die Ureinwohner kulturell bereichern und für gute Laune sorgen. Und außerdem ist Geld nicht alles.“ erklärt die Nette und outet sich damit als Andersdenkende.
Erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass sich unser Bundespräsident noch nicht in meinem Namen für die herrschenden Verhältnisse im Sudan entschuldigt hat und auf die deutsche Schuld an diesen Zuständen aufmerksam gemacht hat.

„Gut, das mag möglicherweise daran liegen, dass sich unser Schlossmeier noch nicht für eine Sprache entschieden hat für seine Entschuldigungsrede, denn im Sudan werden verschiedene Sprachen gesprochen, von Sudanesisch-Arabisch über Dinka und Südwest-Dinka bis hin zu Azande, Südost-Dinko, Toposa, Kenuzi-Dongola und Jur Modo.Und die Rede und die passende Sprache muss wohl überlegt sein, denn man möchte ja niemanden beleidigen. Wie einfach war es doch da für diesen Ehrensöldner sich in Polen für deine und meine Verbrechen zu entschuldigen, Zausel, die wir damals vor 80 Jahren begangen haben. Da sprach dieser Herr einfach Polnisch, vermutlich die Sprache deutscher Bundespräsidenten.“ meint die Nette und setzt sich dadurch der Gefahr aus, als nicht dem Freundeskreis des Bundespräsidenten angehörig erkannt zu werden 

Keinerlei Entschuldigungsrede ist von unserem Verkehrsminister zu erwarten, von unseren Scheuer-Andy. Zwar hat er dem Vernehmen nach nicht 580 Millionen Euro für seinen Maut-Wahn in den Sand gesetzt sondern rund 900 Millionen, aber ein so fähiger Minister verschleudert ja nicht Geld, welches man dem Steuerzahler in unbegrenzter Menge abnehmen kann, aus Unfähigkeit oder Ahnungslosigkeit. Nein, er finanziert damit eine Idee und Ideen hat er ja, der Andy, der Erfinder der Funkloch-App und ähnlicher wertvoller Gedanken. 

Um noch einen Moment bei Zahlen zu bleiben nenne ich ihnen jetzt die „17“ und sehe dabei in Ihre ahnungslosen Gesichter. Ja, die 17 ist äußerst bemerkenswert, denn unsere Trulla bekam in diesen Tagen ihren 17. Ehrendoktor verliehen. Die Leipziger Handelshochschule (HHL) erhob die Politikerin in den Stand eines „Dr.rer.oec.h.c.“ eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften ehrenhalber also. Ausgezeichnet wurde sie mit diesem Titel für ihren politischen Führungsstil gab die HHL bekannt. Ich gönne ihr durchaus diese Auszeichnung, werde aber auch weiterhin auf die Anrede Frau Dr., Dr.,Dr.,Dr.,Dr.,Dr.,Dr., usw. verzichten und mich wie gehabt auf die Bezeichnung Bundestrulla beschränken, wenn Sie damit einverstanden sind, verehrte Anwesende??

Eine weitere Zahl zu erwähnen erscheint mir aber ebenfalls durchaus angebracht:

Lag die durchschnittliche Sonnenscheindauer bisher bei 586 Stunden im langjährigen Mittel betrug sie im diesjährigen, langsam zu Ende gehenden Sommer 770 Stunden. Trotz dieser Sonnenscheindauer, dem anhaltend schönen Wetter gingen die Besucherzahlen in deutschen Freibädern spürbar zurück.Positiv möchte ich aber dazu anmerken, dass trotz rückläufiger Besucherzahlen die Stimmung in einigen Freibädern gestiegen ist und so viele Polizisten wie noch nie während ihrer Dienstzeit Freibäder aufsuchen konnten, und das sogar in voller Montur und bei freiem Eintritt  Ja, die Regierung tut etwas für ihre Polizisten 

Während sich aber der Staat um seine Polizisten kümmert, seine Wähler, seine Bevölkerung, seine Einnahmen und Ausgaben kümmert sich unser Klima-Gerätel mit immer noch ungebrochenem Ehrgeiz ums Klima. Der Hype um sie ist mittlerweile in Amerika etwas abgeklungen, noch bevor er richtig begann, in Deutschland folgen immer noch Millionen Klimaschützende ihrer Schulstreik-Bewegung und das Gerätel selbst hat mittlerweile erkannt „Anders sein ist eine Superkraft“, wie sie jetzt auf Twitter bekannt gab. Gut, Gerätel, dass du mich informiert hast. Hielt ich Unwissender dich bisher für eine eher unterentwickelte 16-jährige, die mit ihrem eindimensionalen Denken ihre eigene Welt bewohnt, aus finanziellem Interesse von den eigenen Eltern der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen erkenne ich Dank deiner eigenen Feststellung die Superkraft in dir und das selbstlose Wirken deiner Eltern  Ja Gerätel, du bist so herzerfrischend anders 

„Herzerfrischend anders ist aber auch unsere geliebte Heimat, Hessen, dass Land unter den Ländern“ drängt sich die Nette ins Gespräch und ich gebe ihr natürlich (wie immer) Recht.

Ach Hessen, du Land, das jedem eine Chance gibt.
Aber auch hier gibt es Grund zur Trauer. Hessen wird um einiges ärmer, denn während immer mehr in der Wirtschaft gescheiterte Existenzen in die Politik flüchten geht unser SPD-Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel den umgekehrten Weg. Erst in der Politik gescheitert (3 Versuche Ministerpräsident zu werden) geht er jetzt in die Wirtschaft und unternimmt damit einen neuen und vermutlich letzten Anlauf, sein Leben doch noch in den Griff zu kriegen. Dass er bis zur Wahl eines neuen SPD-Bundesvorsitzenden dem Übergangsvorstand der Sozen angehört mag ihm den Weg aus der Politik erleichtern 

Herzerfrischend anders gehen wir hier auch mit unseren Mitmenschen um. Wenn in Amerika zum Beispiel ein Bürger seine Mitmenschen bedroht gehen diese Cowboys dort sofort von einem Verbrechen aus, rücken mit der geballten Staatsmacht vor und nicht selten wurde dabei ein ansonsten friedlicher Bürger fälschlicherweise als gefährlich eingestuft und getötet. 
Hier bei uns werden im Falle einer Eskalation zunächst einmal die Rettungsdienste alarmiert, 30 Mitbewohner evakuiert und auswärts verköstigt, der mutmaßlich psychisch labile Bewohner wird einer unerträglichen und stundenlangen Diskussion mit Psychologen ausgeliefert, bevor man dann endlich erkennt, dass er dringend behandlungsbedürftig ist und in eine Spezialklinik gebracht werden muss. Und die Frage, wie viele solcher Spezialkliniken es in den jeweiligen Herkunftsländern der Patienten gibt und wie die Behandlung dort aussieht verbietet sich von selbst und wird deshalb von mir auch nicht gestellt. 

Gestellt hat sich in diesen Tagen auch ein mutmaßlicher Pistolenschütze, der seinen Kontrahenten so schwer verletzt hat, dass dieser wenig später seinen Verletzungen erlegen ist. Natürlich ist die Tat an sich zweitrangig, das Motiv steht im Vordergrund und ist sicher menschlich verständlich und für jeden absolut nachvollziehbar. Die beiden Herren gehören einer Großfamilie mit kurdischen Wurzeln an, sind türkische Staatsangehörige und die Ermittler sprechen von „einem familiären Hintergrund im weitesten Sinne.“, sind also wahrscheinlich nur entfernt miteinander verwand, was für die Größe dieser Großfamilie spricht  Sie gerieten während einer politischen Diskussion in Streit und dann fielen eben ein paar Schüsse.Freuen wir uns doch gemeinsam darüber, dass wir so weltoffen sind und unsere Mitbürger ihre unterschiedlichen politischen Meinungen in aller Öffentlichkeit und ohne falsche Rücksichtnahme auf unbeteiligte Passanten unter Anwendung von Schusswaffen, aber innerhalb der Großfamilie, hier bei uns austragen können. 

(Übrigens möchte unsere Bundesjustizministerin jetzt das Waffengesetz verschärfen, zum Glück aber nur für bekannte oder vermutete Reichsbürger). Dass der „mutmaßliche“ Täter vom Tatort flüchten konnte, sich aber bereits am nächsten Tag mit seinem Anwalt bei der Polizei stellte wird übrigens gewertet als „großer Fahndungserfolg der Polizei“  

Mehr Aufregung als Mord und Totschlag verursacht aber in Hanau und dem gesamten Main-Kinzig-Kreis (geliebter Heimatkreis) die Verleihung einer Auszeichnung an einen seit 60 Jahren sozial engagierten Menschen. Ja, dieser mir persönlich bekannte Mann namens Bert-Rüdiger Förster engagiert sich, ist in einigen Vereinen seit teilweise Jahrzehnten aktiv, hat vielen Mitmenschen bei der Durchsetzung berechtigter Ansprüche geholfen, ist seit vielen Jahren aktiv in der Politik auf kommunaler und auf Kreisebene tätig und ist trotzdem Gegenstand diverser Diskussionen, denn er ist der Kreisvorsitzende der Republikaner und deren Fraktionschef im Kreistag. Und einen solchen Mann mit einem Landesehrenbrief auszuzeichnen verbietet natürlich der Anstand 

Dass man zum Beweis dieser Unwürdigkeit einer solchen Auszeichnung uralte seiner sicher kernigen Sprüche zitiert, den Oberbürgermeister, der diesen Ehrenbrief verliehen hat, als Nazi tituliert zeigt doch nur, dass man ein echter Demokrat ist  Und wenn eine CDU-Politikerin, sozial eher nicht so engagiert, dafür parteipolitisch in der CDU sehr aktiv, ihren Ehrenbrief aus Protest zurückgeben möchte, zeigt das doch deren Demokrtieverständnis und ist natürlich auch nicht zu vergleichen mit den Befürwortern einer solchen Auszeichnung aus Ungarn, die anführen, dass Herr Förster, der einzig noch lebende Ehrenbürger (seit 2002) der Gemeinde Bakonyszombathely im Kreis Komarom-Esztergom ist, wo er „die Schule, die Fußballmannschaft, den Feuerwehrverein unterstützt und der dortigen Feuerwehr sogar ein Löschfahrzeug vermittelt hat“. Nein, das alles kann eine Mitgliedschaft bei den Republikanern natürlich nicht aufwiegen . Wahrscheinlich hätte man seine Verdienste zu würdigen gewusst, damals, als er noch FDP-Mitglied war.  Aber eher wird ein AfDler Bundestagsvizepräsident, als dass man die sozialen Verdienste eines Republikaners anerkennt. 
Nun komme ich noch ganz kurz…….

„Ja, nun kommst du noch ganz kurz dazu dich zu verabschieden, Zausel, denn es ist an der Zeit einen Cappuccino zu bereiten. Ich werde diesen Cappuccino genießen ohne jegliche Rücksicht auf deine politische Gesinnung, und auch die Tatsache, dass du einen Republikaner in deinem Bekanntenkreis hast entbindet dich nicht von der Zubereitung eines Cappuccinos.“

Wie immer den Befehlen der Netten sofort folgend rufe ich Ihnen zu:

ICH KOMME WIEDER

Tschüüüüsssss……..

P.S.: Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Woche und lassen Sie Ihren Gefühlen ruhig mal freien Lauf, denn Befreiung tut Not.  Grüßen Sie bitte Ihre Nachbarn, wenn sie aufgewacht sind 

P.P.S.: Auch ich grüße natürlich ganz lieb, winke Ihnen zu und spreche mal kurz über mein Gefühl. Wenn ich an den Zausel denke überkommt mich nämlich auch ein Gefühl, nämlich das Gefühl tiefster Verzweiflung beim Betrachten seiner vollkommen unkorrekten Sichtweise unserer Politik und ihrer Gestalter, die doch wirklich fähig sind. Zu allem und jederzeit 
LGB

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