Schon der Name irritiert, bringt dieser den Leser nur heillos durcheinander. Kann man ihn auch kaum einordnen, so regt er doch die Synapsen zu sprunghaftem Denken an. Was, fragt man sich verwundert, hat Politik überhaupt mit Schönheit zu tun? Alles was ich damit in Verbindung bringe, verkneife ich mir lieber in meinem Artikel. Und auf unsere Politiker/-innen ist das überhaupt und in keinem einzigen Fall anwendbar, zumindest nicht in den Altparteien.

Das Zentrum für politische Schönheit ist ein Zusammenschluss von etwa 70 Aktionskünstlern und sog. Kreativen unter der Leitung des Philosophen Phillipp Ruch.  Teils am Rande der Legalität, sind ihre Ziele sich gegen Genozide und für Flüchtlingsthemen einzusetzen. Phillipp Ruch wurde am 16. März 1981 in Dresden geboren, und gründete das ZPS 2008.

Eine der wahrscheinlich am umstrittensten Aktionen dieses Zusammenschlusses fand im November 2017 statt, wo das ZPS unter dem Projektnamen “ Bau das Holocaust-Mahnmal vor Höckes Haus“ 24 Stehlen in Sichtweite von Höckes Haus enthüllte. Diese ragten zwei Meter aus dem Boden heraus, und standen auf dem gepachteten Nachbargrundstück. Die Konstruktion ist ein verkleinerter Nachbau des Holocaust-Mahnmals in Berlin.

Mit der Aktion protestierte das ZPS gegen eine Rede von Björn Höcke vom Januar 2017 in der er sagte: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Charlotte Knobloch sagte dazu, die „völkische Hetze“ sei „unerträglich“. 

In einem Artikel vom 3. April 2019 meldet der Spiegel: „Staatsanwälte ermitteln gegen das ZPS“. Es wurde bekannt das gegen das Zentrum bereits seit 16 Monaten wegen der „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ ermittelt wird. Die Anzahl der Beschuldigten ist lt. Spiegel mit „1“ angegeben, damit sei wohl Phillipp Ruch der Begründer gemeint.

Laut „mdrAktuell“ wurde das Verfahren am Montag, dem 08. April, eingestellt, nachdem sich Justizminister Lauinger und der Thüringer Generalstaatsanwalt getroffen hatten. Mehrere Medien hatten dem Generalstaatsanwalt einseitige Ermittlungen vorgeworfen, und seine Neutralität infrage gestellt.

Der justizpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Stefan Möller, schrieb daraufhin:

“ Wenn kurz nach einer medialen Kampagne im Ergebnis eines Gesprächs zwischen Staatsanwaltschaft und Justizminister ein politisch hochbrisantes Ermittlungsverfahren eingestellt wird, drängt sich der Verdacht massiver politischer Einflussnahme auf“.

Angeblich wurde dennoch nicht abschließend ermittelt, und einige Untersuchungen würden weiterhin laufen. Das ist natürlich schon ein Widerspruch in sich, entweder ist ein Verfahren abgeschlossen oder nicht. 

“ Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS)  ist eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit. Grundüberzeugung ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln muss.

Wir arbeiten an der Zukunft des politischen Widerstands im 21. Jahrhundert („aggressiver Humanismus“), setzen auf Menschlichkeit als Waffe und experimentieren mit den Gesetzen der Wirklichkeit. Widerstand ist eine Kunst, die weh tun, reizen und verstören muss. Wir drängen in eine Leerstelle, die jahrzehntelang von öffentlichen Intellektuellen besetzt wurde: das moralische Gewissen.“

Diese Zeilen finden Sie auf der Website des Zentrums für politische Schönheit“

Fazit: Anstatt sich ihre Gesichter mit Dreck zu beschmieren, sollten sich die Damen und Herren erstmal darüber klar werden welche Ziele sie überhaupt verfolgen. Wenn es denn welche gibt. Denn mit irgendwelchen Betonklötzen irgendwo in der Gegend herumzuwerfen lässt wahrlich kein Thema erkennen, welches, wenn evtl. auch politisch motiviert, eines Erwachsenen würdig wäre. Behelligen Politiker auf eine schlimme Weise, und reden dann von einem „moralischen Gewissen“. Passt nicht!

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